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Spanischkurs

Am Freitag habe ich meinen 4-woechigen Spanischkurs beendet. Die anfaengliche Problematik bezueglich des langen Sitzens und des Zuhoerens hat sich relativ rasch gelegt. Ich habe mich schnell wieder an den Schulalltag gewoehnt. Wir waren nur zu zweit in der "Klasse" und mussten daher allzeit bereit sein um irgenwelche spanische Fragen zu beantworten. Gewoehnungsbeduerftig waren anfangs auch die Begruessungskuesschen von Seite der Lehrer. In den Pausen gab's stets Kaffe, Tee und frische Broetchen. Der Unterricht war recht praxisorientiert. So haben wir beispielsweise die Namen der vielen Obst- und Gemuesesorten auf dem Markt gelernt. Um die Vergangenheitsform zu lernen, haben wir einen Spaziergang durch die Altstadt von Quito gemacht, wobei uns die Profesora ueber Ecuadors geschichtliche Hintergruende informiert hat. Wie's um meine erworbenen Spanischkenntnisse steht wird sich naechste Woche beim Arbeiten im Krankenhaus zeigen. Am Montag beginnt meine Arbeit im Krankenhaus ich bin sehr gespannt auf den ecuadorianischen Spitalalltag und freue mich riesig auf's Arbeiten.

Vulkan Pichincha

Am Samstag war ich auf dem 4698m hohen Vulkan Pichincha. Mit der Teleferico (Drahtseilbahn) bin ich zur 4100m hoch gelgenen Station gefahren. Dort habe ich mir einen Coca- Tee genehmigt, bevor ich dann mehrere Hoehenmeter in Richtung Gipfelkreuz gelaufen bin. Die Aussicht war atemberaubend. Das Klima kuehl, aber dank meinem Faserpelzpuli und einer gefuetterten Jacke gut ertraeglich. Trotz der Hoehe ist alles schoen gruen. Es gibt Eukalyptusbaeume und diverse andere Pflanzen und Straeucher. Trotz dieser Hoehe haben sich bei mir nur eine minimale Kurzatmigkeit (an welcher eventuell nicht nur die Hoehe Schuld sein koennte)  und ansonsten keinerlei andere Symptome gezeigt, was laut Ecuadorianer auf den zuvor getrunkenen Coca-Tee zurueckzufuehren ist.

4.6.07 22:39


Riobamba

Das letzte Wochenende habe ich unter anderem in Riobamba, der geographischen Mitte von Ecuador, verbracht. Allein die vierstuendige Busfahrt nach Riobamba war ein Erlebnis. Eine Reise durch die Jahrhunderte, vorbei an strohbedeckten Lehmhuetten und grasenden Lamas, zu Fuessen des maechtigsten Gletscherriesen im tropischen Amerika. Riobamba, die einstige Landeshauptstadt, ist das bedeutenste Agrarzentrum der ecuadorianischen Anden, daher ist es auch keine Seltenheit, mit Maultieren bespannte Lieferkutschen  im kolonialen Stadtbild anzutreffen. Ueber 80% der laendlichen Bevoelkerung ist indianischer Abstammung - meist arme Bergbauern, die heute fast noch wie vor 500 Jahren leben, mitunter verschwiegene Menschen mit Ponchos, Filzhueten und an steilen Haengen abgearbeiteten Handflaechen. Am Samstag kurz nach Sonnenaufgang startete ich am "Bahnhof" von Riobamba die siebenstuendige Fahrt mit der transecuadorianischen Eisenbahn. Der Zug mit starker Diesellok fuhr zunaechst  in Richtung Westen die Anden hoch, vorbei an der Laguna Colta. Stets den schneebedeckten Chimborazo (mit 6100m, der hoechste Berg des Landes) im Blickfeld. Bei einem einstuendigen Aufenthalt im empfindlich kuehlen, urchigen Bergstaedtchen Guamote konnte ich mich mit heissem Tee etwas aufwaermen. Anschliessend kreuzte der Zug die Halbwueste von Tiocajas, einen extrem sandigen Hoehenruecken. Kurz darauf schaukelten wir durch die Schlucht des Rio Pomachaca. Dann begann der spektakulaere Abstieg zur Kuestenebene hinunter. Ueber der Schlucht des Rio Chachan schien der Zug beinahe zu schweben. Vorbei an der beruechtigten "Teufelsnase", (La Nariz del Diabolo), einem Felszinken in Form einer gigantischen Nase ging's durch wiederholtes Vor- und Zurueckstossen innerhalb von wenigen Minuten im Zickzackkurs bis ins 100m tiefere Steilwandtal des Chanchan-Flusses hinunter. Zu Fuessen der Teufelsnase befindet sich der kleine "Bahnhof" von Simbambe. Aufgrung der zahlreichen Unterspuelungen durch eine 1992 stattgefundene Uebrschwemmungskatastrophe musste die weitere Gleisfuehrung stillgelegt werden und so endete die Fahrt mit der ecuadorianischen Eisenbahn in Simbambe.

11.6.07 22:52


Mindo

Am Samstag war ich mit meiner Mitbewohnerin Laura in Mindo. Die Ortschaft Mindo liegt 70km westlich von Quito und praktisch unter dem offenen Kratermaul des Vulkans Guagua Pichincha, in einem grossen subtropischen Talkessel auf 1250m Hoehe. Dieses Dorf strahlt eine gemischte, farbenfrohe Atmosphaere aus. Die zweistuendige Busfahrt hat sich hauptsaechlich wegen der unberuehrten Nebelwaelder, dem Vogelreichtum und der vielen wunderschoenen natuerlichen Badestellen in den Fluessen der Umgebung gelohnt. Die Hauptprodukte dieser idyllischen Gegend sind Zuckerrohr, Bananen, Kaffee, Kakao, Yuca und Maracujas. Nach einer mehrstuendigen Wanderung durch das Naturschutzgebiet, welches vom feuchtwarmen, subtropischen Regenwald ueber den Nebelwald bis hin zu den Kraterwaenden des Guagua Pichincha auf ueber 4000m Hoehe reicht, haben wir den Jardin de Orquideas y Mariposas besucht. Auf kleinem Raum konnten wir ueber 500 Orchideenarten aus der Umgebung und dem Sueden von Ecuador bewundern. Besonders eindruecklich war das "Schmetterlingshaus" in dem viele verschiedene Schmetterlingsarten zu sehen waren.                                                                      Den Sonntag habe ich genutzt um auszuschlafen und meinen Energietank aufzufuellen. Nach einem gemuetlichen Spaziergang durch die Altstadt von Quito habe ich den Artesanal-Markt besucht und  ecuadorianische Souvenirs gekauft. Auf diesem Markt werden unter anderem Schmuck, Schnitzereien, Strohhuete, kunstvolle Briefbeschwerer und skurrile Staubfaenger unter freiem Himmel angeboten.

18.6.07 23:24


Gesundheitsversorgung in Ecuador

Die medizinische Grundversorgung ist in Ecuador gratis. Die Krankenhaeuser und Krankenstationen sind unterversorgt mit Medikamenten, medizinischem Bedarf und Aerzten. So werden die Patienten zwar umsonst behandelt, aber muessen sich die Medizin selber kaufen und meist sehr lange auf einen behandelnden Arzt warten. Die staatliche Gesundheitsfuersorge auf dem Land ist voellig unterentwickelt, die kleinen Spitaeler erhalten nur geringe staatliche Unterstuetzung. Die Krankheiten, die eine erklaerbare oder natuerliche Ursache haben, nennt man in Ecuador, die irdischen Krankheiten. Davon gibt es sehr viele und normalerweise sind es Krankheiten, die das Aeussere des Koerpers angreifen und so auch heilbar sind. Fuer diese Art von Krankheiten sind die Schulmediziner zustaendig. Bei Krankheiten, fuer die eine uebernatuerliche Ursache vermutet wird und bei denen die Hausrezepte nicht wirken, wenden sich die Ecuadorianer an einen Yachag (eine der vielen verschiedenen Bezeichnungen fuer Heiler). Viele Leute suchen Yachags wegen seelischer Probleme oder anderem Unglueck auf. In Gegenden wo es keine staatliche Gesundheitsversorgung gibt oder die Menschen keinen Zugang zu dieser haben, ist die Bedeutung der Heiler noch groesser. Die Yachags haben verschiedene Methoden Krankheiten zu diagnostizieren. Einige schauen in das Licht einer Kerze mit der sich der Patient zuvor abgerieben hat. Zwei Praktiken sind besonders verbreitet: Die Reinigung mit dem Ei und die Reinigung mit dem Meerschweinchen. Bei beiden geht man davon aus, dass durch die Beruehrung die Krankheit ins Ei oder Tier uebergeht. Die Reinigung mit dem Ei ist auch ein beliebtes Hausmittel. Gluckert das Ei nach der Abreibung, ist die Krankheit ins Ei uebergegangen. Nach der Diagnosestellung ist es die Aufgabe des Yachags, den Patienten mental zu staerken, damit er selbst durch Glauben, positives Denken und neuen Lebensmut den Genesungsprozess einleiten kann. Das erklaert auch den grossen Erfolg der Yachags bei den Heilungen, denn sie setzten die Selbstheilungskraefte der Patienten frei. Von daher ist die Frage nach Sinn oder Unsinn der Methode eigentlich falsch gestellt, denn wichtig ist der Glaube daran. Zusammengefasst aus ¨Kulturschock¨

23.6.07 01:42


Meine Arbeit im Krankenhaus

Ich arbeite auf einer chirurgischen Maennerstation, in einem staatlichen Krankenhaus im noerdlichen Teil von Quito. Das Krankenhaus steht einem Grossteil der Bevoelkerung von Quito und den umliegenden Doerfer zur Verfuegung, hat aber bedauerlicherweise nur wenige Ressourcen. Es ist offen fuer alle Patienten, unabhaengig von deren Alter, Herkunft und Religion. Auf der chirurgischen Abteilung hat es Platz fuer 24 Patienten. Die Hospitalisationsursachen unterscheiden sich, abgesehen von den vielen Stichverletzungen durch Messerstechereien, nicht wesentlich von denen einer europaeischen chirurgischen Abteilung. Die Patienten liegen alle im selben Raum, welcher jeweils nach 8 Patienten durch eine duenne Wand abgetrennt wird. Es gibt auf der ganzen Abteilung keine einzige Tuer. Jeder Pflegeempfaenger bekommt alles von seinen Mitpatienten und deren Besuchern mit. Die Patienten sind sehr genuegsam und ihre Ansprueche nicht vergleichbar mit denen der meisten Patienten die ich in der Schweiz bisher kennengelernt habe. Die hygienischen Verhaeltnisse und sanitaeren  Einrichtungen, sowie die Umgangsformen die das Krankenhauspersonal teilweise zu den Patienten pflegt sind in keiner Art und Weise mit denen eines europaeischen Krankenhauses vergleichbar. Um die Mobilisation und Koerperpflege der Patienten kuemmern sich vorwiegend deren Angehoerige. Das Pflegepersonal ist vorallem fuer die Verabreichung der Medikamente und Infusionen (sofern diese von den Angehoerigen gekauft wurden) zustaendig. Frische Bettwaesche, saubere Spritzen und Infusionszubehoer sind nur bedingt vorhanden. So werden Spritzen und Nadeln mehrmals benutzt und Infusionszubehoer unter den Patienten gewechselt (gebrauchtes). Waehrend meiner bisherigen Zeit im Krankenhaus habe ich viele schoene, traurige und vorallem viele eindrueckliche Erfahrungen machen duerfen. Beispielsweise habe ich beim Aufraeumen eines Patientennachttisches mit einer frisch (heraus) operierten Prostata Bekanntschaft gemacht. Ein Patient  hat diese in einem Plastiksack aufgehoben um sie an seinen Hund zu verfuettern.

23.6.07 02:33


Galapagos-Inseln

Von Quito aus tauchen sie nach zwei Flugstunden ganz unversehen aus dem tiefblauen Ozean auf: die verzauberten Galapagosinseln, das Paradies auf Erden (wie sie auch genannt werden). Insgesamt sind nur 5 der 70 Inseln bewohnt. Die vulkanischen Galapagosinseln unterscheiden sich nicht nur in ihrer Groesse und Hoehe, sondern auch durch ihre bizarren Landschaften und durch ihre Tier-, Pflanzen- und Unterwasserwelt. Es gibt auf der Erde kaum einen Ort, wo Tiere leichter in freier Wildbahn zu beobachten sind, als auf den Galapagos-Inseln.  Die Inseln sind ein Paradies fuer Voegel und die Meerestiere sind mitunter das Spektakulaerste, was es zu bewundern gibt. Die letzten Tage habe ich auf einigen dieser Inseln verbracht. Zusammen mit 15 anderen Touristen (eine tolle Truppe) war ich auf der Darwin-Yacht. Geschlafen wurde an Bord, waehrend das Boot im Laufe einer Nacht jeweils eine andere Insel anfuhr. Folgende Inseln haben wir besucht:

Santa Cruz: Wir haben uns die Charles-Darwinstation angesehen. Neben vielen fuer Galapagos charakteristischen Pflanzenarten, haben wir viele Schildkroeten gesehen. Wir haben das informative Besucherzentrum und eine Schildkroeten-Aufzuchtstation besucht. Weiter ging's zum wunderbaren, weissen und feinsandigen Badestrand von Tortuga Bay. Die mit Baumopuntien durchzogene Galapagos-Landschaft war beeindruckend. Wir konnten viele Leguane sehen und  haben uns die beiden Zwillingseinsturztrichter Los Gemelos angeschaut.

Rabida: Auf dem eisenoxidhaltigen, rot gefaerbten Strand fuehrte uns ein Pfad ueber eine kleine Lagune, in der wir Flamingos beobachten konnten, zu einem schoenen Aussichtspunkt. Wir konnten auf Augenhoehe nistende braune Pelikane sehen. Seeloewen sind hier Dauerbadegaeste.

Santiago: Auf der von teils mondartiger Kraterlandschaft durchzogenen Insel ist die Hauptattraktion ein sehr breiter, etwa 100 Jahre junger Lavaausfluss. Erkaltete Strudel, Schleifen und Kraeusel praegen die  bizarre Oberflaeche. Nach einer Nasslandung in Puerto Egas, einem schwarzen Strand voller Meerechsen, fuehrte uns ein Pfad auf den knapp 400m hohen "Zuckerhut"- auf dessen Krater frueher Salz gewonnen wurde. Von dort aus konnten wir einen fantastischen Rundblick auf die Kegelgrueppchen und Lavafelder der Vulkaninsel werfen. Seeloewenkolonien, Krabben, Lavaechsen, Galapagos-Bussarde und Pelzrobben bewohnen den Uferbereich.

Bartlome: Das herrliche Panorama vom Bartolome-Aussichtsfelsen konnten wir nach einer  kurzen Besteigung des Vulkanfelsens bewundern. Beim Anblick der jungen, unwirklichen Kraterlandschaft fuehlte ich mich wie auf einem fremden Planeten irgendeiner entlegenen Ausfahrt der Milchstrasse versetzt. Beim Auf- und Abstieg begegneten wir zahlreichen Lavaechsen und auf nackter Lava gedeihenden Kakteen. Die Unterwasserwelt rund um den Pinnacle Rock versetzte mich beim Schnorcheln in Staunen.

Sombrero Chino: Der scheinbar auf dem Wasser schwimmende "Chinesenhut" wirkt fast zu phantastisch und unwirklich, als dass man ihn mit Worten beschreiben koennte. Ein Spaziergang durch die kristallklare, blaugruene Meeresbucht mit ihrem "gepuderten" Sandstrand fuehrte uns an vielen Seeloewen, Echsen, Bussarden und Pelikanen vorbei. Wir haben Hammerhaie gesehen und konnten mit tropischen Zierfischen und niedlichen Pinguinen um die Wette schnorcheln.

Seymour Norte: Eine mitunter etwas schluepfrige Trockenlandung war auf den schwarzen Lavafelsen des von Seeloewen und Klippenkrabben bevoelkerten Ufers angesagt. Neben vielen verschiedenen Fregattevogelarten konnten wir Kolonien von Blaufusstolpeln und Seeloewen sowie jede Menge roter Klippenkrabben bewundern.

29.6.07 23:18





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