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Riobamba

Das letzte Wochenende habe ich unter anderem in Riobamba, der geographischen Mitte von Ecuador, verbracht. Allein die vierstuendige Busfahrt nach Riobamba war ein Erlebnis. Eine Reise durch die Jahrhunderte, vorbei an strohbedeckten Lehmhuetten und grasenden Lamas, zu Fuessen des maechtigsten Gletscherriesen im tropischen Amerika. Riobamba, die einstige Landeshauptstadt, ist das bedeutenste Agrarzentrum der ecuadorianischen Anden, daher ist es auch keine Seltenheit, mit Maultieren bespannte Lieferkutschen  im kolonialen Stadtbild anzutreffen. Ueber 80% der laendlichen Bevoelkerung ist indianischer Abstammung - meist arme Bergbauern, die heute fast noch wie vor 500 Jahren leben, mitunter verschwiegene Menschen mit Ponchos, Filzhueten und an steilen Haengen abgearbeiteten Handflaechen. Am Samstag kurz nach Sonnenaufgang startete ich am "Bahnhof" von Riobamba die siebenstuendige Fahrt mit der transecuadorianischen Eisenbahn. Der Zug mit starker Diesellok fuhr zunaechst  in Richtung Westen die Anden hoch, vorbei an der Laguna Colta. Stets den schneebedeckten Chimborazo (mit 6100m, der hoechste Berg des Landes) im Blickfeld. Bei einem einstuendigen Aufenthalt im empfindlich kuehlen, urchigen Bergstaedtchen Guamote konnte ich mich mit heissem Tee etwas aufwaermen. Anschliessend kreuzte der Zug die Halbwueste von Tiocajas, einen extrem sandigen Hoehenruecken. Kurz darauf schaukelten wir durch die Schlucht des Rio Pomachaca. Dann begann der spektakulaere Abstieg zur Kuestenebene hinunter. Ueber der Schlucht des Rio Chachan schien der Zug beinahe zu schweben. Vorbei an der beruechtigten "Teufelsnase", (La Nariz del Diabolo), einem Felszinken in Form einer gigantischen Nase ging's durch wiederholtes Vor- und Zurueckstossen innerhalb von wenigen Minuten im Zickzackkurs bis ins 100m tiefere Steilwandtal des Chanchan-Flusses hinunter. Zu Fuessen der Teufelsnase befindet sich der kleine "Bahnhof" von Simbambe. Aufgrung der zahlreichen Unterspuelungen durch eine 1992 stattgefundene Uebrschwemmungskatastrophe musste die weitere Gleisfuehrung stillgelegt werden und so endete die Fahrt mit der ecuadorianischen Eisenbahn in Simbambe.

11.6.07 22:52
 


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